Hand einer Person hält Sonnenstrahlen fest

„Here comes the sun“: Vitamin D und Multiple Sklerose

Was bringt eigentlich Vitamin D? Eine Menge. Das lebenswichtige Vitamin fördert den Knochenstoffwechsel, indem es den Knochen hilft, Kalzium aufzunehmen. Auch für Muskeln, Herz, Lunge und Gehirn ist Vitamin D gut. Nur so können sie richtig funktionieren. Noch eines macht das Vitamin so interessant: Immer mehr Studien legen nahe, dass Vitamin D die Wahrscheinlichkeit, an MS zu erkranken, minimiert. Genauso wie es den Schweregrad von Schüben verringert. Stimmt das? Einige grundlegende Infos findest du in diesem Beitrag.

Hype oder Realität?

Immer wieder finden sich im Netz wahre Wundergeschichten über die Heilkräfte von Vitamin D im Zusammenhang mit MS. Was stimmt und was nicht? Es gibt einige kleinere Studien, die nahelegen, dass Vitamin D das Auftreten der Krankheit reduzieren und einen positiven Einfluss auf die Krankheitsaktivität haben kann. Doch noch fehlt es an großen, aussagekräftigen klinischen Studien. Fest steht: Ein echter Vitamin-D-Mangel ist auf jeden Fall schädlich für die Gesundheit.

Sonnenlicht statt Vitamin-D-Präparate

Im Unterschied zu vielen anderen Vitaminen wird nur ein kleiner Teil an Vitamin D über die Nahrung aufgenommen – beispielweise über Seefische wie Hering oder Lachs. Wie kommst du dann an genügend Vitamin D? Sind Vitamin-D-Präparate der richtige Weg? Schließlich verkauften allein im Jahr 2017 die Apotheken in Deutschland nach Aussage des Unternehmens IQIVA Vitamin-D-Präparate im Wert von 177 Millionen Euro. Der Sinn von Vitamin-D-Präparaten ist umstritten. Es gibt auch Hinweise, dass eine Überdosierung durch Vitamin-D-Pillen schädlich sein kann. Dabei geht alles viel einfacher und kostengünstiger. Das simple, aber wirkungsvolle Rezept heißt: raus ins Freie, ran ans natürliche Sonnenlicht.

Einfache Formel:
25 Minuten pro Tag Sonnenlicht

Durch Sonnenlicht werden neben Vitamin D noch andere Photoprodukte in der Haut aktiviert, die für die Gesundheit förderlich sind. Nach Ansicht von Experten reichen 25 bis 30 Minuten Sonnenlicht pro Tag, damit der Vitamin-D-Speicher wieder gefüllt ist. Sorgen, dass du im Winter zu wenig Vitamin D bildest, musst du dir nicht machen. Generell gilt zwar, dass in Deutschland die Sonneneinstrahlung von Oktober bis März nicht ausreicht, dass der Mensch ausreichend Vitamin D produziert. Aber selbst wenn der Himmel bedeckt ist, wird in den Hautschichten noch Vitamin D gebildet.

Zudem lässt sich in der Frühjahrs- und Sommersonne das Vitamin-D-Depot leicht auffüllen. Denn der Körper speichert das fettlösliche Vitamin D im Fett- und Muskelgewebe sowie der Leber. Dieser Vorrat reicht normalerweise, um ohne Mangelerscheinungen über die Runden zu kommen. Wer unbedingt wissen will, ob er ausreichend versorgt ist, dem rät die Stiftung Warentest zu einem Bluttest beim Hausarzt. Der kostet allerdings, falls die Überprüfung nicht Teil eines normalen Check-ups ist.

Frau steht mit weit geöffneten Armen vor der Abendsonne und steht dabei mit dem Rücken zur Kamera

Natürliches Sonnenlicht –
keine Gefahr der Überdosierung durch Vitamin D

Es besteht keine Gefahr einer Überdosierung von Vitamin D, wenn du dich zu lange an der Sonne aufhältst. Trotzdem heißt es vorsichtig sein: Zuviel Sonne bedeutet auch höheres Hautkrebsrisiko. Daher solltest du auf keinen Fall einen Sonnenbrand riskieren, nur um deinen Vitamin-D-Spiegel zu erhöhen. Im Vergleich zu oral eingenommenen Vitamin-D-Präparaten hat über die Haut gebildetes Vitamin D übrigens einen weiteren großen Vorteil: Es bleibt länger im Blut.

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