Pausen zur Erholung nutzen
Ob Therapie, Arztbesuch oder Anwendung von Medikamenten: Eine MS verlangt Betroffenen einiges an Organisationstalent ab. Nicht jeder Arbeitsplatz bietet flexible Arbeitszeiten, die Unterbrechungen entsprechend der individuellen Verfassung möglich machen. Umso wichtiger ist, die Pausen, die dir zur Verfügung stehen, für aktive Formen der Entspannung und Regeneration zu nutzen. So ist es besser, darauf zu verzichten, die kleine Auszeit mit zu viel Aktivitäten zu überfrachten: beispielsweise die Mittagspause mit einem schnellen Einkauf oder einem Behördengang. Überlegenswert ist auch, ob du eine der aktiven Entspannungsmethoden erlernst.
Aktive Formen der Regeneration erlernen
Aktive Formen der Entspannung und Regeneration gibt es viele. Im Folgenden findest du einige, die zu empfehlen sind. Die Ziele dieser Techniken sind ähnlich. Wichtig ist, dass du dein inneres Gleichgewicht behältst und wieder neue Kraft tankst:
- Progressive Muskelentspannung
- Autogenes Training
- Yoga
- Atemtherapie
Stress reduzieren
Stress ist nicht gleich Stress. Stress kann ein positiver Aspekt im Berufsleben sein. In diesem Fall spornt er dich zu Leistung an oder beflügelt sogar deine Arbeit. Anders sieht es mit belastendem, negativem Dauerstress aus. Eine ständige Überbelastung gefährdet deine Gesundheit. In diesem Fall ist es wichtig, dass du dem Stress nicht aus dem Weg gehst, sondern dich der Herausforderung stellst und neue Methoden entwickelst, damit positiv umzugehen: z. B. durch das Erlernen einer Entspannungstechnik oder einen anderen Ausgleich.
Flexible Arbeitsplatzgestaltung
Zu einer flexiblen Arbeitsplatzgestaltung gehört die Möglichkeit, die Arbeitszeit an die individuellen Bedürfnisse und krankheitsbedingten Einschränkungen anzupassen. Sprich mit deinem Arbeitgeber oder deinen Kollegen über das Thema. Nimmt an deinem Arbeitsplatz niemand auf dich als MS-Betroffener Rücksicht, solltest du gut überlegen: Willst du künftig unter diesen Bedingungen arbeiten oder dich nicht lieber anderweitig orientieren?
Persönliche Themen bespricht man am besten vertraulich. Erfahrene MS-Coaches im MS Service-Center haben ein offenes Ohr und guten Rat. Nimm einfach Kontakt auf.
Weiter berufstätig sein: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
Verschlechtert sich im Verlauf des Erwerbslebens der eigene Gesundheitszustand, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die sogenannte Teilhabe am Arbeitsleben in Anspruch zu nehmen. Das kann durch Maßnahmen im Bereich der Rehabilitation, der Weiterbildung oder Förderung sein. Unter Umständen ist auch eine Anpassung des eigenen Arbeitsplatzes möglich – abhängig davon, wie hoch der individuelle Grad der Einschränkung durch die MS ist. Weitere Informationen zu diesem Thema findest du auf diesem Portal unter Rehabilitation.
Teilzeitarbeit, Erwerbsminderungsrente, Frührente
Nicht immer ist es möglich, bis zum Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters am Berufsleben teilzuhaben. Bei teilweiser oder vollständiger Erwerbsminderung durch Multiple Sklerose kann es sinnvoll sein, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen, die den Lebensunterhalt zumindest teilweise sichert – oder über Frührente nachzudenken. Eventuell ist auch Teilzeitarbeit das richtige Arbeitszeitmodell für dich. Übrigens gilt hier seit 2019 das Brückenteilzeitgesetz. Es ermöglicht ein leichteres Zurückkehren von Teilzeit in Vollzeit.
MS und dein Arbeitsplatz
- Nicht nur Maximallösungen:
Manchmal bedeuten schon kleine Veränderungen eine große Verbesserung am Arbeitsplatz: Eventuell ist der Umzug in die Nähe der Toiletten oder in einen kühleren Raum möglich. Sprich mit deinem Arbeitgeber über das Thema. - Erst informieren, dann sprechen:
Reden über deine MS macht Sinn. Bevor du aber am Arbeitsplatz deine MS zum Thema machst, solltest du dich selbst gut über deine Krankheit und deine Rechte informieren. So kannst du mit Vorurteilen und eventuellen Sorgen seitens des Arbeitgebers besser umgehen.
Mehr Informationen zu den rechtlichen Aspekten im Berufsleben findest du auf diesem Portal hier: Recht und Arbeit.