MS muss Freundschaft nicht verändern
MS betrifft nicht nur dich selbst, sondern dein ganzes Umfeld. Neben der Familie gehören dazu auch Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen. Tatsächlich können Beziehungen, die schon früher eng waren, nach deiner MS-Diagnose noch inniger werden. Aus oberflächlichen Bekanntschaften können neue Freundschaften entstehen, andere Personen verabschieden sich wiederum aus deinem Leben.
Gute Freundschaften: MS sollte nicht zu viel Platz einnehmen
Enge Freunde können vor allem in der ersten Zeit nach der Diagnose ein wichtiger Halt sein. Mit der Zeit sollten sich deine Beziehungen im Freundeskreis aber auch wieder in eine „normale“ Richtung entwickeln. Es ist besser, wenn die MS nicht der einzige Inhalt eurer Beziehung ist. Denn es gibt viele Gründe, zusammen Zeit zu verbringen: Sei es, dass ihr zum Beispiel interessante Gespräche führen oder miteinander Spaß haben und lachen könnt – das macht eine Freundschaft wertvoll und schenkt dir Kraft und Energie für den Alltag.
Persönliche Themen bespricht man am besten vertraulich. Erfahrene MS-Coaches im MS Service-Center haben ein offenes Ohr und guten Rat. Nimm einfach Kontakt auf.
Chronische Erkrankung: Wie sage ich es meinen Freunden?
Nach der Diagnosestellung solltest du für dich erst einmal entscheiden, wen du über deine MS informieren möchtest und wie viel diese Personen wissen sollen. Je nachdem, ob es sich um enge Freunde, bloße Bekannte oder Arbeitskollegen handelt, stehen dabei andere Themen im Vordergrund. Ein offenes Gespräch ist in jedem Fall sinnvoll. Denn spätestens wenn Symptome auftauchen, möchten die Personen in deinem Umfeld wahrscheinlich gerne wissen, was du hast. Missverständnisse und Unsicherheiten kannst du so schon im Vorfeld ausräumen. Das gibt nicht nur dir ein besseres Gefühl, sondern auch deinem Gegenüber.
Hilfe und Unterstützung: Was erwartest du von anderen?
Nachdem dein Umfeld über deine Krankheit Bescheid weiß, solltest du mit den betreffenden Personen auch klären, was du von ihnen erwartest. Viele möchten wahrscheinlich ihre Hilfe anbieten. Mitunter möchtest du aber, dass alles so bleibt, wie es auch vor der Diagnosestellung war. Vielleicht gibt es einige Personen, von denen du Rat oder Trost erwartest. Oder jemand kann dir in einem ganz konkreten Fall mit etwas helfen. Ganz egal, was es ist: Von klaren Aussagen profitieren beide Seiten.
Vorurteile aus der Welt schaffen
Genau wie du selbst nach der MS-Diagnose wird auch dein Freundes- und Bekanntenkreis erst einmal erschrocken sein, wenn er von deiner Erkrankung erfährt. Am besten gehst du offen mit dem Thema um und korrigierst möglichst früh eventuelle Fehlinformationen und Vorurteile. Denn trotz MS kannst du weiterhin aktiv am Leben teilnehmen und zum Beispiel eine Familie gründen, in den Urlaub fahren, Sport treiben und Freunde treffen.
Tipps für den Umgang mit Freunden und Bekannten
- Jede Person ist anders:
Jeder geht anders mit der Information über eine MS-Diagnose um: Lass deinem Gegenüber Zeit, die Nachricht zu verdauen. - Reaktionen nicht persönlich nehmen:
Manche Menschen schockiert oder ängstigt die Nachricht von deiner MS. Sie wissen nicht, wie sie mit dir als MS-Betroffener umgehen sollen und meiden den Kontakt. Oder sie meinen es mit ihrer Hilfe zu gut und drängen sich regelrecht auf. - Reden, reden, reden:
Offene Gespräche mögen am Anfang vielleicht schwierig erscheinen, sind aber sehr wichtig für eure weitere Beziehung. Nur so lassen sich Missverständnisse vermeiden. - Notizen machen:
Bevor du mit jemandem über deine MS sprichst, mach dir vielleicht Notizen: Handelt es sich um einen guten Freund oder einen Arbeitskollegen? Wie viel soll die Person am Ende des Gesprächs wissen? Möchtest du Basisinformationen zum Durchlesen mitbringen?