Kontraste – wesentlich für MRT
Der Begriff „Kontrast“ wird auch als „stärker ins Auge springender Gegensatz“ umschrieben. Bei der MRT ist der Kontrast von großer Bedeutung. Das grundsätzliche Ziel von MRT-Aufnahmen bei MS besteht darin, charakteristische Veränderungen und aktive Entzündungsherde früh und eindeutig zu erkennen.
Ein Laie kann auf schwarz-weißen MRT-Aufnahmen nicht viel erkennen. Auch ein Spezialist braucht viel Erfahrung, um Bilder richtig interpretieren zu können. In vielen Fällen können eindeutige Aussagen nur dann getroffen werden, wenn die Unterschiede zwischen Entzündungsherden und nicht betroffenen Regionen klar abgegrenzt sind. Bei einer MRT kommt deswegen häufig das Kontrastmittel Gadolinium zum Einsatz.
Gadolinium – in der medizinischen Diagnostik etabliert
Gadolinium wird seit mehr als zwei Jahrzehnten in der medizinischen Diagnostik eingesetzt. Seit seiner Einführung wird die Anzahl der Anwendungen auf über 300 Millionen geschätzt. Es ist nicht radioaktiv und wird im Allgemeinen gut vertragen. Gadolinium zählt zu den Metallen und ist in den heute zugelassenen Kontrastmitteln chemisch fest gebunden: So kann es nach kurzer Zeit wieder aus dem Körper ausgeschieden werden – hauptsächlich über die Nieren, also über den Urin.
Mehr Kontrast, präzise Information
Wann das Kontrastmittel eingesetzt wird, hängt ganz von der Fragestellung und dem Krankheitsverlauf der Betroffenen ab. Zunächst erfolgt eine sorgfältige Abwägung, ob sich durch das Untersuchungsverfahren mit gadoliniumhaltigem Kontrastmittel zusätzliche wichtige Informationen gewinnen lassen. Man will unbedingt vermeiden, dass Entzündungsherde bei der Untersuchung nicht erkannt werden. Oft werden zusätzlich Standardprotokolle und letzte Vergleichsaufnahmen zur präzisen Auswertung verwendet. Mit gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln können neue Entzündungsherde noch präziser festgestellt werden – auch frühe Stadien der Entzündung sind leichter zu bestimmen.
Gadolinium – Abwägungssache mit Vorteilen
Der Einsatz von gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln ist im Grunde eine Abwägungssache. Für Betroffene mit Nierenfunktionsstörungen gibt es tatsächlich Einschränkungen in der Anwendung. Unter bestimmten Bedingungen kann es nach wiederholten Kontrastmittelgaben auch zu Ablagerungen im Gehirn kommen. Wichtig hierbei: Alle Untersuchungen bestätigen, dass es nach aktuellem Wissensstand keine langfristigen Risiken einer Gadoliniumablagerung gibt.
Eine medikamentöse Therapie, die auf die Bedürfnisse und Krankheitssituation der Betroffenen individuell abgestimmt ist, kann den Verlauf der MS günstig beeinflussen. Und in vielen Fällen schafft nur das gadoliniumhaltige Kontrastmittel eine präzise Aufklärung über die momentane Krankheitssituation, da die Aussagekraft der MRT-Bilder erheblich, nicht selten in entscheidendem Maße verbessert wird.
Bedenken bei einer MRT? Sprich mit deinem Arzt.
Oft kann nur durch Einsatz von gadoliniumhaltigem Kontrastmittel der Verlauf deiner MS präzise genug beurteilt werden. Eine unzureichende medikamentöse Therapie könnte ein Fortschreiten deiner MS begünstigen. Nimm deswegen die MRT-Untersuchungstermine wahr und sprich mit deinem Arzt, falls du Bedenken hast.
Fakten kennen, sich aufgehoben fühlen
Angst vor der Verwendung von gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln im MRT? Sprich deinen behandelnden Arzt an oder das Personal vor Ort. Sie können dir genaue Informationen über das „was, wieso, warum und weshalb“ geben. Vielleicht helfen dir aber schon die hier genannten Hintergründe, um deine Bedenken aus dem Weg zu räumen:
Alle verwendeten Kontrastmittel sind nach internationalen und deutschen Richtlinien überprüft und zugelassen.
Es gibt keinen Hinweis auf langfristige negative Auswirkungen. Auch bei häufiger Anwendung.
Es wird grundsätzlich die geringstmögliche Menge Gadolinium verabreicht.
Eine Kontrastmittelgabe erfolgt immer unter Berücksichtigung deiner individuellen bestehenden Risikofaktoren.
Nebenwirkungen sind sehr selten und äußern sich häufig in folgender Form: Wärmegefühl nach Injektion, Kribbeln, Hautreizungen, vorübergehendes Unwohlsein