Das ist für Kinder wichtig
Chronische Krankheiten wie Multiple Sklerose beeinträchtigen nicht nur den Alltag des Erkrankten selbst. Auch seine nächsten Angehörigen haben mit Veränderungen und Ängsten zu kämpfen. Gerade wenn du als MS-Betroffener Kinder hast, bist du dir vielleicht unsicher, wie viel sie über deine MS wissen sollten. Möglicherweise hast du auch Bedenken, deine Kinder mit diesen Informationen zu überfordern. Und wie erklärt man einem Kindergarten- oder Schulkind, was Multiple Sklerose überhaupt ist?
Persönliche Themen bespricht man am besten vertraulich. Erfahrene MS-Coaches im MS Service-Center haben ein offenes Ohr und guten Rat. Nimm einfach Kontakt auf.
Ängste und Schuldgefühle: Warum Offenheit so wichtig ist
Eines gleich vorab: Deine MS sollte kein Geheimnis sein. Kinder haben sehr feine Antennen dafür, wenn ihre Eltern etwas belastet. Und spätestens wenn sichtbare Symptome auftreten, wird dein Kind wissen wollen, was mit dir los ist. Das Wichtigste ist, offen und ehrlich mit deinen Kindern zu sprechen. Verschweigst du deine MS oder gibst du nur ausweichende Antworten, löst das oft Ängste aus. Kinder legen sich dann ihre eigene belastende Wahrheit zurecht oder geben sich die Schuld daran, dass es ihren Eltern nicht gutgeht.
MS und Kinder: sieben Tipps für den Alltag
- Mit Kindern offen sein
Vor allem wenn deine Kinder noch klein sind, wirst du dich vielleicht fragen: Begreift mein Kind überhaupt, um was es geht? Tatsächlich verstehen auch schon kleine Kinder oft mehr, als du denkst. Und je mehr dein Kind über die Multiple Sklerose weiß, desto weniger Angst wird es haben.
- Keine Angst vor Ehrlichkeit
Sprich deine Beschwerden direkt an und versuche sie, altersgerecht zu erklären. Gehe dabei auch auf die Ängste und die Fragen deines Kindes ein.
- Kind nicht zu sehr belasten
Mach ihm klar, dass das Familienleben trotz allem weitergeht. Manches wird sich ändern, anderes bleibt. Sage deinem Kind auch, dass es sich wie gewohnt auf deinen Schutz und deine Liebe verlassen kann.
- Keine Schuldgefühle entstehen lassen
Vor allem kleinere Kinder geben sich oft die Schuld dafür, wenn sich Mama oder Papa nicht gut fühlen. Erinnere dein Kind immer wieder daran, dass seine Handlungen keinen Einfluss auf die Krankheit haben.
- Kind zur Eigenständigkeit ermuntern
Sorge dafür, dass dein Kind seine eigenen Bedürfnisse wegen deiner Krankheit nicht zurückstellt. Freunde und Hobbys sind wichtig, um Abwechslung vom Alltag zu bekommen. Gerade Teenager müssen selbstständig werden und sollten auch eigene Wege gehen können.
- Kind nicht drängen
Dränge dein Kind nicht dazu, Fragen zu stellen oder über seine Gefühle zu sprechen. Kinder reagieren oft erst allmählich und fragen dann, wenn sie etwas wissen möchten.
- Kinder Kinder sein lassen
Kinder ab sechs Jahren können kleine, praktische Aufgaben erfüllen. Sie sollten aber niemals die Rolle des Erwachsenen übernehmen – egal wie alt sie sind.
Vorlese- und Mitmachbuch für Kinder und Eltern
Auf diesem Portal findest du noch die Broschüre „Mama oder Papa hat MS. Ich erkläre dir, was los ist“ zum Download als PDF: Erfrischend unkonventionell und vielfältig vermittelt dieses Vorlese- und Mitmachbuch für Kinder und Eltern das nicht ganz einfache Thema. Gleich herunterladen.