Warum es den Placebo-/Nocebo-Effekt im wirklichen Leben gibt
Die Ursachen für den Placebo- bzw. Nocebo-Effekt sind nicht einfach bestimmbar. Fest steht: Beide Phänomene lassen sich beobachten. Und diese verstärkenden Effekte können nicht nur bei Präparaten ohne Wirkstoff eintreten, sondern sind oft auch im Alltag mit Arzneimitteln sichtbar. Es können tatsächlich messbare neurochemische Veränderungen im Gehirn und im Körper gemessen werden. Oftmals basieren die Effekte auf einer spezifischen Erwartungshaltung. Manche Wissenschaftler meinen, dass sie mit der bisherigen Lebenserfahrung der Betroffenen zusammenhängen. Sie können erlernt sein, aber auch unbewusster Natur sein. Bei Menschen mit MS entscheidet die Grundeinstellung gegenüber der Behandlung darüber, ob Placebo- oder Nocebo-Effekte auftreten können: also die Einschätzung desjenigen, der ein Präparat einnimmt, ob die Behandlung als sinnvoll betrachtet wird oder eher nicht.
Nocebo-Effekt als sich selbst erfüllende Prophezeiung
Vor allem eher ängstliche Patienten haben oft die Befürchtung, dass bestimmte äußere Einflüsse krank machen. Sowohl das persönliche Umfeld als auch die Berichterstattung in den Medien schüren entsprechende Ängste. Das Verblüffende daran: Der Nocebo-Effekt kann als sich selbsterfüllende Prophezeiung wirken. Das kann dazu führen, dass der skeptische Patient Nebenwirkungen spürt oder verstärkt empfindet, von denen er vorab nur gehört hat. Die bloße Erwartung möglicher Nebenwirkungen kann zur Folge haben, dass negative Wirkungen auftreten. Im Extremfall reicht bereits die bloße Aufklärung über Nebenwirkungen aus.
Wie der Placebo-Effekt bei MS helfen kann
Der Glaube versetzt Berge. Natürlich erhält ein Betroffener mit MS nicht nur eine Behandlung mit einem Placebo. Verlaufsmodifizierende Langzeittherapien greifen regulierend in das Immunsystem ein und reduzieren so die Aktivität der MS. Zugelassene MS-Präparate dienen in Leitlinien für Ärzte als Behandlungsrichtlinie. Der sogenannte Placebo-Effekt kann aber das Vertrauen in die Behandlung verstärken. Und ein Patient, der seinem Arzt und seiner Behandlung vertraut, hält sich auch an die Empfehlungen: regelmäßige Einnahme der Medikamente, Anpassen des Lebensstils und regelmäßiges Wahrnehmen von Kontrollterminen.
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Wie du mehr Vertrauen in deine Behandlung gewinnen kannst
Vielleicht ist deine Diagnose MS neu. Vielleicht bist du ein „alter Hase“, dem aber ein Therapiewechsel empfohlen wird. Im Krankheitsverlauf einer MS wird es immer wieder Momente geben, in denen du unsicher sein kannst. Um Behandlungsentscheidungen mitbestimmen zu können, benötigst du Wissen über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten. Um Vertrauen in deine Behandlung zu gewinnen und den Nutzen für deinen weiteren Krankheitsverlauf zu verstehen, hast du sicherlich Gesprächsbedarf. Manche müssen mit grundlegendem Wissen über ihre MS informiert werden. Andere kennen sich schon etwas besser aus. Egal wie es bei dir ist: Nutze alle Angebote. Je aktiver du dich damit auseinandersetzt, desto mehr Vertrauen gewinnst du in deine Behandlung – und desto gewissenhafter kannst du mit ihr umgehen.
Bei deiner Behandlung bist du nicht auf dich allein gestellt. Falls bei dir Nebenwirkungen auftreten, kannst du fest mit Unterstützung rechnen – durch den behandelnden Arzt, die MS-Schwester oder anderes medizinisches Fachpersonal.
Nimm alle Angebote wahr, um dich über MS zu informieren. Je mehr du weißt, desto sicherer bist du im Umgang mit deiner Behandlung.
Praktische Tipps für den Alltag können mögliche Hürden bei der Anwendung deiner Medikamente nehmen. Manchen hilft schon das Abstimmen der Einnahmemodalitäten auf den eigenen Tagesablauf.