Warum es zu Wechselwirkungen kommt
Nimmst du einen Beipackzettel zur Hand, gibt es bei fast jedem Arzneimittel eine Auflistung von Wechselwirkungen. Eigentlich gar nicht so erstaunlich, denn wieso sollen sich Medikamente und Nahrungsmittel, die sich gleichzeitig in unserem Körper befinden, aus dem Weg gehen? Manche kommen sich näher, weil sie über das gleiche Organ verarbeitet werden, andere konkurrieren um ähnliche Zielstrukturen und wieder andere gehen miteinander eine Bindung ein. Das kann Folgen haben: Die Wirkung der Arzneimittel verändert sich. In den meisten Fällen ist diese Wechselwirkung unerwünscht.
Wechselwirkungen können den Erfolg der Behandlung gefährden
Die veränderte Wirkung kann Folgen haben. Es können Nebenwirkungen auftreten. Aber auch ein „Nichtwirken“ oder „Schwachwirken“ ist bekannt. In allen Fällen kann der Erfolg der Behandlung gefährdet sein. Bei vielen Arzneimittelkombinationen gibt es Ausweichmöglichkeiten. Ist eine solche Kombination manchmal trotzdem notwendig, weiß dein behandelnder Arzt, welche engmaschigen Kontrollen bestimmter Laborwerte in einem solchen Fall notwendig sind. In manchen Fällen reicht eine zeitversetzte Anwendung. Vielleicht kennst du es von manchen Antibiotika und Milchprodukten: Um die Wirkung zu erzielen, wird bei manchen Antibiotika eine Einnahme von Milchprodukten erst mit zeitlichem Abstand empfohlen.
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Wie du das Risiko von Wechselwirkungen vermeidest
Was kannst du dazu beitragen, dass Wechselwirkungen bei deinen Arzneimitteln erst gar nicht auftreten oder minimal sind? Viele der Wechselwirkungen sind dank dem wachsenden Verständnis der molekularen Mechanismen zugelassener Arzneimittel vorhersagbar. Deshalb gilt: Dein behandelnder Arzt muss umfassend Bescheid wissen, welche Arzneimittel du zusätzlich anwendest. Dazu gehören freiverkäufliche Medikamente ebenso wie homöopathische Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel wie beispielsweise Vitaminpräparate. Nur so kann er abschätzen, welche Arzneimittel sich wie beeinflussen könnten und welche Maßnahmen in Folge zu treffen sind. Auch selbst kannst du einen Blick auf die Packungsbeilage werfen. Hier sind mögliche Wechselwirkungen ebenfalls aufgelistet. Wenn du etwas nicht verstehst, dann kannst du deinen Arzt oder deinen Apotheker um Rat fragen.
Dein Arzt und Apotheker können dir helfen, den Nutzen deiner Medikamente zu verstehen – und dir den Umgang mit möglichen Nebenwirkungen zeigen. Je besser du die Wirkung deiner Medikamente verstehst, desto leichter fällt dir die regelmäßige Anwendung.
Dauerhaft Medikamente anzuwenden, kann manchmal mühsam sein und viele Fragen aufwerfen. Einen Apotheker an der Seite zu haben, der dich unterstützt, informiert und berät, ist daher oft eine große Hilfe.
So kannst du das Risiko für Wechselwirkungen vermeiden
Informiere deinen Arzt über alle Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel, die du neben deiner MS-Therapie regelmäßig einnimmst bzw. anwendest.
Lies den Beipackzettel aufmerksam durch.
Treten Nebenwirkungen auf, besprich diese mit deinem Arzt. In vielen Fällen kann dir geholfen werden.