MS - Erfahrung

Reaktion auf Fragen

In diesem Bereich finden Sie Hilfestellungen, wie sich Herausforderungen des Alltags meistern lassen.
von Stupsi
Am 30. September 2019, 22:29
Beiträge: 61
Registriert: 21. April 2017, 11:02

Reaktion auf Fragen

Hallo,

mal eine ganz kurze

Frage, wie reagiert

bzw.antwortet ihr auf

die Frage: "Was machst du jetzt?";

wenn Euch die MS so

"umgehauen hat", dass

ihr seit Diagnosestellung

zu Hause seid....?!

Das klingt vielleicht etwas merkwürdig,

aber leider war es so bei mir....

Immer wenn ich dann

mal gefragt werde

(Wenn ich

irgendjemanden treffe,

der weiß was ich vorher

gemacht habe),

dann weiß ich nicht was

ich antworten soll.

Ich fühle mich dann

total doof und

schäme mich. :cry:

LG Stupsi

von BirgitS
Am 1. Oktober 2019, 07:49
Beiträge: 5021
Registriert: 27. Januar 2015, 13:30

Re: Reaktion auf Fragen

Hallo Stupsi,

deine Frage ist alles andere als Merkwürdig. Sie bringt mich heute morgen schon sehr zum Nachdenken.
Und ganz wichtig: Du brauchst dich nicht zu schämen!

Mein Fall ist anders: Ich antworte standardmäßig ( auf die Frage: wie gehts?), wenn ich mit demjenigen meine Gesundheitsprobleme nicht diskutieren will: Ich bin zufrieden.

Bei dir, wenn sich nun dein Leben doch stark geändert hat, sieht das natürlich anders aus.
Da würde ich mir auch einen Satz überlegen, der für dich passt.

Da würde mir spontan einfallen: "Ich versuche mich gerade, auf die neue Situation einzustellen."

Bei Freunden, mit denen man darüber sprechen will, kann man immer noch sein Herz ausschütten.

Birgit

von cattery
Am 1. Oktober 2019, 16:26
Beiträge: 77
Registriert: 16. März 2016, 16:54

Re: Reaktion auf Fragen

Also ich würde es so Erzählen, dass ich plötzlich Symptome hatte, die ich nicht für mich erklären konnte. Um zu Erfahren was los ist, bin ich zum Hausarzt gegangen. Dieser überwies mich in eine Klinik.

Mir fällt nichts anderes ein.

von Brillosaurus01
Am 2. Oktober 2019, 09:43
Beiträge: 6113
Registriert: 24. Januar 2013, 16:23

Re: Reaktion auf Fragen

Hallo Stupsi,

du brauchst dich nicht doof fühlen und schämen schon gar nicht.

Du hast doch nicht die Pest (jedenfalls nicht wirklich) :wink: .


Das sucht sich doch niemand aus und tauschen mit dir will

garantiert auch niemand.

Kannst ja sagen. Diese Diagnose kann jeden treffen.

In jedem Alter.

Es könnte auch noch den Fragenden treffen !!!!

(also soll er/sie/es sich die blöden Sprüche sparen)


Da bei MS alles offen ist. Von dunkel schwarz bis hell weiß :eek: ,

kann man nur auf einen möglichst milden Verlauf hoffen.


Und insbesondere weil bei MS alles offen ist, heißt es erst einmal

abwarten.

Prognosen in die Zukunft sind kaum möglich, weil die MS auch

immer ihre Richtung und Gangart ändern kann.


Ganz vorsichtige Prognosen, könnte man frühestens nach vielen

Jahren stellen.

Und selbst diese müssen nicht zutreffen.


Wenn dir einer blöd kommt, schicke ihn zu mir.

Ich werde demjenigen schon den Kopf waschen. :eek:


Weiß nicht, ob dir meine Worte geholfen haben.

Liebe Grüße, Jörg

von bergfex
Am 2. Oktober 2019, 17:57
Beiträge: 63
Registriert: 7. Juni 2019, 15:24

Re: Reaktion auf Fragen

Hallo Stupsi,

ich bin auch noch relativ neu mit MS konfrontiert. Seit März diesen Jahres.
Deine Frage, bzw. Antwortlosigkeit auf die berühmte Frage "wie geht es dir?" " was machst du jetzt?" kann ich sehr gut verstehen.

Wie die Vorgänger bereits geschrieben haben ist alles offen mit MS.
Keiner kennt den Krankheitsverlauf, die Ursachen,....einfach nix.

Ich habe bereits seit vielen Jahren eine andere Diagnose die wenig sichtbar aber mit Einschränkungen verbunden ist. Daher trifft mich es mich diesmal nicht unvorbereitet. Ich bin seit vielen Jahren zuhause...

Meine Antworten sind unverbindlich, wenn mir nicht nach "zur Schau gestelltem Mitleid" , nicht nach "Reden will", oder nach "Dich geht das gar nichts an" ist.
Man braucht seinen Eigenschutz finde ich. Jeder darf entscheiden wieviel er wem anvertraut.

Jeden kann diese oder eine andere schwere Erkrankung aus heiterem Himmel treffen. Auch sind viel Irrglaube, Halbwahrheiten und Unwissen über MS verbreitet.

Es gibt Broschüren die aufklären....Zumeist werden sie erst in die Hand genommen wenn ein Betroffener im Umfeld ist.

Lass dich bitte nicht durch blöde Argumente anderer verunsichern. Nur wem du vertraust solltest du ein Gespräch anbieten, reden.


Das dich die Diagnose erst mal umhaut, Einschränkungen realisiert werden müssen, du dir selbst Klarheit verschaffen musst, mit Ärzten und Therapeuten deinen Weg finden musst - das sollte dein Umfeld akzeptieren lernen.

Ich hoffe sehr meine /unsere Antworten können dich auf diesem Weg ein Stück weit unterstützen. Immer wieder gerne :wink:

Mit vielen guten Wünschen
Bergfex

von Glückskind66
Am 3. Oktober 2019, 11:09
Beiträge: 4609
Registriert: 28. Juli 2014, 07:55

Re: Reaktion auf Fragen

Hallo Stupsi,

Du solltest schnell aufhören, Dich wegen der MS und Deiner daraus resultierenden Beschwerden zu schämen. Dafür gibt es überhaupt keinen Grund!

Du hast Dir die Krankheit nicht ausgesucht. Bisher hat niemand die Ursache für MS gefunden und damit eine zuverlässige Strategie dagegen gefunden. Und damit bist Du die Heldin Deines Alltags, indem Du jeden Tag mit den widrigen Umständen kämpfst und irgendwie siegst.

Meine MS hat mich bisher nur vor zehn Jahren mal für ein paar Wochen aus dem Leben gerissen. Aktuell gehöre ich zu denen, denen die Beschwerden nicht anzusehen sind.

Ich differenziere nunmehr ziemlich meine Antworten. Selbst die eigene Familie möchte nur ein „gut“ als Antwort hören. Dann ist niemand verpflichtet, über Hilfsangebote nachzudenken.

Ist nicht schön, aber auch nicht zu ändern.

Wenn ich das Gefühl habe, daß der Frager ernsthaft interessiert ist, versuche ich mich an Erklärungen.

Oft benutze ich aber die tolle Formulierung „Schlechten Menschen geht es immer gut“. Damit kann das Thema schnell abgehakt werden.

Ansonsten kommt „Ich arbeite an der Lösung“.

Selten möchte der Frager wirklich wissen, was los ist. Das liegt wohl daran, daß so viele Falschinformationen über MS in den Köpfen der Leute verankert sind. Selbst ein frischgebackener Arzt in der Familie treibt mich mit seinen Fehlansichten manchmal zur Weißglut.

Ich habe festgestellt, daß mir mittlerweile die Geduld für Erklärungen fehlt. Das gilt erst recht für Informationen über Heilmethoden, die der andere im Internet gefunden hat.

Ernsthaft Interessierten, die noch keine vorgefertigte Meinung haben, verweise ich durchaus mal auf diese und andere Seiten und beantworte dann auch die entstandenen Fragen.

Ich hoffe, es gelingt Dir, für Dich das Beste aus Deiner Situation zu machen.

Alles Gute

Marga

von Stupsi
Am 10. Oktober 2019, 20:56
Beiträge: 61
Registriert: 21. April 2017, 11:02

Re: Reaktion auf Fragen

Hallo,

vielen herzlichen Dank für Eure tollen Antworten. Das hat mich wieder aufgebaut. :grin:

Jörg, danke für Dein Angebot. Wenn ich es brauche, werde ich garantiert darauf zurück kommen. :wink:

Ich differenziere meine Antworten auch. Mittlerweile weiß ich, wem ich was sagen kann und wer ehrliches Interesse bekundet.

Das "Gute" an meiner Mitbewohnerin? Ich kann Menschen jetzt ziemlich schnell sehr genau einschätzen.

Einerseits finde ich es gut, dass man mir nichts ansieht. Außer ich sitze in meinem Rolli- was ich aber bei mir im Ort noch vermeide.

Andererseits wünschte ich mir, dass die "blöden" Fragesteller/ Neugierige mal mit mir tauschen, damit sie sehen welchen Kampf ich (wir?) täglich führe...

Jeder Tag ist eine Art Wundertüte- man weiß nie, was einen erwartet!

Nochmals Danke für Eure aufbauende Worte.

LG Stupsi