MS - Neudiagnose

Gleichstellungsantrag im öffentlichen Dienst - wer hat Erfahrungen?

Gerade ohne Erfahrung können ein paar kleine Hilfestellungen Großes bewirken.
von Pinky89
Am
Beiträge: 30
Registriert: 25. März 2015, 21:31

Gleichstellungsantrag im öffentlichen Dienst - wer hat Erfahrungen?

Hallo Ihr Lieben,

Wer hat Erfahrungen mit dem Gleichstellungsantrag im öffentlichen Dienst gemacht? Lohnt es sich den Antrag zu stellen, oder wird er eher abgelehnt?
Ich bin ja der Meinung, dass der Antrag vom Arbeitgeber abgelehnt wird, obwohl mir die Schwerbehindertenvertretung und die Personalleitung nahe gelegt haben diesen zu stellen.

Liebe Grüße
Pinky89

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von Glückskind66
Am
Beiträge: 6290
Registriert: 28. Juli 2014, 07:55

Gleichstellungsantrag im öffentlichen Dienst - wer hat Erfahrungen?

Hallo Pinky,

ich arbeite auch im öD, nämlich im Landesdienst.

Ich habe keinen Antrag auf Gleichstellung gestellt, weil sie meines Erachtens eher keinen Sinn macht. Sie wird ja von der Bundesagentur für Arbeit (nicht Arbeitgeber!) gewährt für Menschen, bei denen wegen der Behinderung der Arbeitsplatz gefährdet ist. Das dürfte für einen Arbeitgeber des öD meist nicht mehr zutreffen.

Sie ist ja auch kein wirklicher Schutz vor einer Kündigung wegen Krankheit. Die ist dennoch möglich, nur muß halt das Integrationsamt einbezogen werden.

Daß Personalreferat und auch Personalrat gerne sehen würden, daß Menschen mit Gleichstellung in der Dienststelle arbeiten, ist angesichts der Entscheidungen der Versorgungsämter nachvollziehbar. Schließlich haben die Arbeitgeber deshalb zunehmend Schwierigkeiten, die Quote zu erfüllen und es drohen Strafgelder. Der Schwerbehindertenvertretung fehlen dann die nötigen Menschen für ihre Existenz.

Es steht Dir aber frei, den Antrag zu stellen. Das Ergebnis kann ja auch überraschen.

Viele Grüße

Marga

von telemaus
Am
Beiträge: 2859
Registriert: 25. Januar 2013, 12:14

Gleichstellungsantrag im öffentlichen Dienst - wer hat Erfahrungen?

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von Pinky89
Am
Beiträge: 30
Registriert: 25. März 2015, 21:31

Gleichstellungsantrag im öffentlichen Dienst - wer hat Erfahrungen?

Der Arbeitgeber muss ja eine Stellungnahme zum Antrag abgeben, daraufhin kann der Antrag ja von der Agentur für Arbeit abgelehnt werden. Aber wie wäre denn eine Gefährdung des Arbeitsplatzes? Weil ich nicht mehr an meinen Schreibtisch in den 3. Stock komme?
Für mich macht der Antrag auch nicht wirklich Sinn, aber jeder sagt, stelle den Antrag.

Liebe Grüße
Pinky

von carwolt
Am
Beiträge: 92
Registriert: 17. September 2013, 16:57

Gleichstellungsantrag im öffentlichen Dienst - wer hat Erfahrungen?

Hallo Pinky,

inwieweit eine Gleichstellung bei einer Beschäftigung im ÖD sinnvoll ist, kann ich nicht beurteilen.

Ich habe den Antrag gestellt, weil ich meine Arbeit krankheitsbedingt nicht mehr machen konnte. Allerdings war ich in der freien Wirtschaft bei einem sehr großen Konzern. Bei dem man normalerweise denkt, dass die schon etwas Alternatives haben.

Dem war nicht so. Es folgte ein Präventionsverfahren. Das Integrationsamt, der Integrationsfachdienst und der Reha-Berater der DRV Bund wurden eingeschaltet. Zudem betriebsintern Personalchef, Personalsachbearbeiter, Vorgesetzte, Betriebsratschef, Schwerbehindertenvertretung und die Betriebsärztin.

Die dann folgenden Gesprächsrunden mit den oben genannten Teilnehmern waren der Horror.

Lange Rede, kurzer Sinn. Letztlich wurde ich krankheistbedingt entlassen. Für das anschließende Gerichtsverfahren vor dem Arbeitsgericht war die Gleichstellung schon nicht verkehrt. Hat die Abfindung positiv beeinflusst. ;-)

LG
carwolt



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von Glückskind66
Am
Beiträge: 6290
Registriert: 28. Juli 2014, 07:55

Gleichstellungsantrag im öffentlichen Dienst - wer hat Erfahrungen?

Hallo Pinky,

Gefährdung des Arbeitsplatzes ist, daß Du wegen Deiner Schwerbehinderung Deine Dir übertragene Arbeit nicht mehr ausüben kannst.

Dann ist der Arbeitgeber theoretisch verpflichtet, für Dich entsprechend andere Arbeit zu finden. Je nach Größe (und Willen des Arbeitgebers) möglicherweise (k)ein Problem.

Du kannst durch den Antrag nichts verlieren. Und wahrscheinlich hängt auch nicht viel Arbeit dran.

Wenn die Personalleitung Dir den Antrag empfiehlt, sollte die Stellungnahme des Arbeitgebers ja eigentlich nicht negativ ausfallen?

Ob Du jemals Nutzen davon hast, ist ja erst einmal egal.

Viele Grüße

Marga