Evozierte Potenziale

Alles intakt? Nervenbahnen überprüfen

Neurologen untersuchen häufig auch die evozierten Potenziale. Mit gezielt ausgelösten elektrischen Spannungsunterschieden prüfen sie, ob bestimmte Nervenbahnen intakt sind.

Reizweiterleitung wird geprüft

Bei der Untersuchung der evozierten Potenziale werden bestimmte Nerven verschiedenen äußeren Reizen ausgesetzt. Mit speziellen Messgeräten kann der Arzt dann feststellen, wie diese Reize von den Nerven weitergeleitet werden. Die ausgelösten Spannungsänderungen werden über Oberflächenelektroden gemessen. Die evozierten Potenziale erlauben nur Aussagen über Störungen der Weiterleitung von Nervenimpulsen – nicht jedoch über deren Ursache. Alle Methoden sind ungefährlich und schmerzfrei.

Sehnerv intakt? Visuell evozierte Potenziale

Besonders wichtig sind die visuell evozierten Potenziale (VEP), da in der Frühphase der MS häufig Störungen des Sehnervs auftreten. Mit den VEP wird die gesamte Sehbahn (Netzhaut, Sehnerven, Sehzentrum im Gehirn) untersucht. Störungen des Sehnervs lassen sich oft frühzeitig nachweisen, auch wenn du dich in deiner Sehfähigkeit noch gar nicht beeinträchtigt fühlst.

Die Reizung erfolgt anhand eines Schachbrettmusters, das in schnellen, regelmäßigen Abständen sein Schwarz-Weiß-Profil ändert. Der Patient beobachtet das Muster über einen Bildschirm mit jeweils einem Auge.

Noch Fragen? Nimm Kontakt mit unserem MS Service-Center auf, wir freuen uns auf dich und helfen dir gerne weiter.

Hörst du gut? Akustisch evozierte Potenziale

Die akustisch evozierten Potenziale (AEP) geben Hinweise auf Störungen der Nervenfasern der Hörbahn. Dabei werden akustische Reize über Kopfhörer mit kurzen, gleichbleibenden Geräuschen an deine Ohren vermittelt.

Nerven der Arme und Beine in Ordnung?

Mit den somatosensibel evozierten Potenzialen (SEP) kann der Arzt durch Auslösen von kurzen elektrischen Reizen an den Fußknöcheln und Handgelenken die Übertragung der Gefühlswahrnehmungen von Armen und Beinen an das Gehirn testen.
Die motorisch evozierten Potenziale (MEP) überprüfen die Weiterleitung von Nervenimpulsen aus dem Gehirn über das Rückenmark an die Extremitäten, die für die Vermittlung der Muskelbewegungen verantwortlich sind. Bei der Untersuchung wird über Kopf, Hals oder Lendenwirbelbereich ein Magnetfeld aufgebaut. Die Folge sind kurze, unwillkürliche Muskelzuckungen an Armen oder Beinen.

Symmetrisch oder asymmetrisch?

Der Seitenvergleich liefert dem Arzt wichtige Informationen: Da von der Autoimmunreaktion, die der MS zu Grunde liegt, in der Regel nur vereinzelte Nerven besonders betroffen sind, sprechen symmetrische Störungen – etwa ein Sehverlust auf beiden Augen – eher für eine andere Erkrankung.

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