Was bedeutet Therapietreue?
Bei MS trägt die Therapietreue – im Fachjargon „Adhärenz“ genannt – maßgeblich zum Behandlungserfolg bei. Im Lateinischen bedeutet „adhaerere“ so viel wie „kleben an“. Der englische Begriff „adherence“ steht für „festhalten“ oder „befolgen“. Bei dem Thema Therapietreue geht es aber um mehr als nur das Befolgen von ärztlichen Empfehlungen. Zwar hat nach früherem Verständnis der Patient einseitig die Verantwortung für das Einhalten und damit auch den Erfolg der Therapie getragen. Nach dem modernen Konzept der Therapietreue ist diese Auffassung jedoch überholt – heutzutage wird ein partnerschaftlicher Ansatz verfolgt. Die korrekte und regelmäßige Anwendung der Therapie liegt demnach sowohl in der Verantwortung des Patienten als auch des Arztes.
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Behandlungsprozess: mitbestimmen und mitgestalten
Der Patient soll nicht nur den ärztlichen Anweisungen folgen, sondern auch an den gemeinsam mit dem Behandlungsteam formulierten Therapiezielen festhalten. Von therapietreuem Verhalten spricht man, wenn der Patient die Therapie aktiv, eigenmotiviert und eigenverantwortlich über einen längeren Zeitraum konsequent durchführt. Dies setzt voraus, dass er durch eine gemeinsame Übereinkunft über die angemessene Behandlung von Anfang an in wichtige Entscheidungen
einbezogen wird. Der Arzt sollte dem Patienten seine fachlich begründete Sicht der Dinge erläutern und ihn nach seiner Meinung fragen. Ziel ist, bei Patienten das Verständnis und die Kompetenz im Umgang mit der Erkrankung und der Therapie zu erhöhen, damit der Patient sowohl die MS als auch die Behandlung besser in sein Leben integrieren kann.
Tipp: Sprich mit deinem Arzt offen über deine Vorstellungen und auch über mögliche Barrieren, die eine korrekte Durchführung der gewählten Therapie gefährden könnten.
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Therapietreue Patienten profitieren mehrfach
Die Wirksamkeit einer MS-Therapie wird maßgeblich durch eine hohe Therapietreue begünstigt. Die Therapietreue hat somit eine große Bedeutung beim Erreichen wichtiger Therapieziele und kann den Krankheitsverlauf auf lange Sicht positiv beeinflussen.
In zahlreichen Studien zeigten therapietreue Patienten ein geringeres Schubrisiko und sie litten auch seltener unter schweren Schüben – ein großer Vorteil gegenüber nicht therapietreuen Patienten, da schwere Schübe oft der Grund für eine Einlieferung in das Krankenhaus und gegebenenfalls für einen längeren Klinikaufenthalt sind. Eine weitere Untersuchung bei MS-Patienten belegt, dass therapietreue Patienten zufriedener sind, weniger unter neurologischen Problemen leiden und insgesamt von einer besseren Lebensqualität profitieren.
Welchen Beitrag kannst du als Patient für den Therapieerfolg leisten?
- Bringe dich aktiv bei der Formulierung der Therapieziele ein.
- Entscheide dich gemeinsam mit dem Arzt für eine Therapie, die deine individuellen Bedürfnisse und deine Lebenssituation berücksichtigt.
- Vertiefe dein Wissen über die MS und die Therapie, notiere Fragen und bringe sie zum nächsten Arzttermin mit.
- Wende das verordnete Medikament entsprechend der ärztlichen Empfehlung an.
- Nehme die vereinbarten Untersuchungstermine wahr.