Frau isst genüsslich ihr Pastagericht

Wie der Verdauungstrakt Emotionen beeinflusst

Was haben Gehirn und Darm miteinander zu tun? Mehr als du vielleicht denkst. Beide arbeiten nicht isoliert vor sich hin. Vielmehr stehen sie in einem ständigen Austausch und beeinflussen sich gegenseitig. Das zeigt sich im Alltag immer wieder. So reagieren viele Menschen mit Bauchschmerzen oder sogar Durchfall, wenn es wieder einmal sehr stressig zugeht. Sehen wir uns das Zusammenspiel von Gehirn und Darm doch mal etwas genauer an.

Magen-Darm-Beschwerden:
ein Zeichen unserer Zeit

Immer mehr Menschen klagen über Magen-Darm-Beschwerden. Die Gründe dafür sind recht unterschiedlich. Mal ist es ein Mittagessen, das in Eile zu schnell hinuntergeschlungen wird, mal ist es zu viel Stress. In einigen Fällen ist es eine Lebensmittelunverträglichkeit oder hin und wieder einfach nur zu wenig Bewegung. Auch Medikamente können für kurze Zeit den Magen-Darm-Trakt belasten. Hier gilt: Treten Beschwerden häufig auf oder dauern sie länger, ist der Besuch bei deinem Arzt angesagt. Das gilt speziell bei einer chronischen Krankheit wie MS, bei der dauerhaft und regelmäßig Medikamente eingenommen werden müssen.

Dialog zwischen Gehirn und Darm

So oder so: Ein Blick darauf, wie das Zusammenspiel von Darm und Gehirn funktioniert und wie sich das auf das tägliche Leben auswirkt, kann nicht schaden. Geht es um Gehirn und Darm, ist Dialog angesagt. Wie es zu einem echten Dialog gehört, gibt mal der eine, mal der andere den Ton an. In einem Fall sendet das Gehirn bestimmte Signale an die Verdauungsorgane. Umgekehrt läuft es genauso. Auch der Darm hinterlässt seine Spuren im Gehirn. Möglicherweise, davon gehen einige Forscher aus, kann er sogar Emotionen auslösen.

Beeinflussung des „Ich-Gefühls“

Sehen wir uns die Abläufe zwischen Darm und Gehirn etwas genauer an: Der Darm sendet sehr viele Nervenimpulse an das Gehirn. Das Gehirn empfängt die Signale des Darms und seiner Mikroben – sie werden in ihrer Gesamtheit auch Mikrobiom genannt – über das Nervensystem und den Blutkreislauf. Wer sind die Überbringer der Signale? Die sogenannten Botenstoffe. Ein Großteil der Kommunikation führt über den Vagusnerv in genau die Hirnregionen, die für unser „Ich-Gefühl“ zuständig sind – und damit für Emotionen, Moral, Angstempfinden, Gedächtnis und Motivation. Aber damit kein Missverständnis aufkommt: Der Darm mit seinem Mikrobiom steuert diese Dinge nicht. Aber er kann sie zum Teil beeinflussen.

Zwischenhirn:
Brücke zwischen Darm und Gehirn

Die Brücke zwischen Gehirn und Verdauungsapparat ist das Zwischenhirn. Es verarbeitet deine Gefühle. Diese kleine, sehr gut vernetzte Region funkt über die Nervenleitungen der Wirbelsäule direkt an den Darm – und beeinflusst ihn über Stresshormone. Diese Boten üben mittels der Nervenzellen großen Einfluss aus: auf die Muskulatur, auf verschiedene Funktionen der Darmschleimhaut, die Durchblutung der Blutgefäße, dein Immunsystem und vieles andere mehr. Alles in allem also ebenso faszinierend wie kompliziert und mit einigem Einfluss auf das Wohlbefinden: das Zusammenspiel von Gehirn und Darm.

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